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10.12.10
Stellungnahme Beiratssprecher Saxe zur Querung Kurfürstenallee

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Bremen Magazin vom 25. 2. 2003

Bremen Magagzin 25. Februar 2003

Verkehrte Verkehrspolitik

Irena Rospek greift zu drastischen Worten, um ihren Unmut Luft zu machen. Die befürchtete Stadtautobahn über den Remberti-Kreisel quer durch Schwachhausen bringt nicht nur die junge Mutter(Foto mit Sohn Michael, 4) auf die Palme - auch viele Geschäftsleute sind sauer. Die Furcht: Ein ganzes Stadtviertel könnte "vor die Hunde gehen".
Bunter Protest gegen eine Stadtautobahn: Rund 500 Anwohner demonstrierten jüngst am Rembertikreisel gegen "LKW-Trassen-Wahn" - und damit gegen Grundzüge aktueller Planungen. Mit dabei: Anwohnerin Irena Rospek mit LKW-Attrappe (links).

Sie beklagt, dass schon jetzt Bäume entlang der Straßen abgesägt würden, die Abgasbelastungen drastisch steigen - und auch ihre Kinder unter Atemwegserkrankungen leiden.
Das liebgewordene Bild Schachhausens - so der Tenor - verändert sich. "Soll alles so kahl und hässlich wie an der Hochstraße am Breitenweg werden?" fragt Irena Rospek. Ältere Bremer erinnern sich mit Grausen: Die Hochstraße ist das Ergebnis von Planungen der 70er Jahre, eine erste brutale Schneise durch ein lebendiges Viertel, erdacht von Politikern der so genannten "Beton-Fraktion", die den motorisierten Verkehr über alles stellten. Die Geschichte könnte die heute frierenden trotzdem hoffungsvoll stimmen: Zwar wurde damals diese Schneise durch die Stadt geschlagen, aber eine andere (die geplante "Mozart-Trasse") hatte der Protest Ende der 70er noch verhindern können. Was Planer und Politiker heute nachdenklich machen sollte: Die damaligen Pläne hätten wohl auch die jetzt so hoch gelobte "Kulturmeile" rund um das Theater am Goetheplatz ins Mark getroffen.
Auch der Beirat Schwachhausen hat sich gegen Stadtautobahn-Planungen ausgesprochen und spricht von "absolutem Blödsinn". Die Kurfürstenallee schlage bereits eine Bresche durch das Quartier uns sei für Fußgänger schwer passierbar - ein abschreckendes Beispiel. Es scheint, als ob Bremens Planer - zumal vor der Wahl - auch hier ein Problem bekommen könnten.  
TG


Fantasievolle Protest-Parodie auf Bremens traditionelle Eiswette: "Geiht" oder "steiht" der Verkehr am Remberti-Kreisel? Der Test misslingt: Der tapfere Schneider, der die Straße überqueren will, kommt unter die LKW-Räder, wird ein Fall für die Sanitäter. Aufgebrachte Anwohner jedenfalls wollen so nicht enden.

Aktualisiert: 16.Nov.10 17:35